Barbara Bagdadis Petersburg-Abenteuer
- beim Kaffee ausgeplaudert -
 

Lange hat es gedauert, bis Barbara Bagdadi sich entspannt zurücklehnen konnte. Zu Beginn des Jahres 1997 fingen die kleinen und großen Leiden an, die sie nach der Organisation der Reise erst im Herbst 1998 – mit der Ankunft in Petersburg – abschütteln konnte.

Eigentlich hatte sie nur die Visa besorgen wollen, doch dann ließ sie sich in den Vorstand der Kantorei wählen und dachte, die Reise würde von einem einsatzwilligen Grüppchen vorbereitet. „Wie das Leben meistens so läuft“,  blieb sie schließlich als Solistin in der Abteilung „Reiseorganisation“ übrig.

Angebot über Angebot wurde eingeholt und verworfen – die meisten waren zu teuer. Dank der Unentschlossenheit einiger Kantoreimitglieder schwankte immer wieder die Zahl der Teilnehmer, so daß damit auch die Kosten nicht genau kalkulierbar waren. Manche wollten auf keinen Fall mit einer russischen Fluggesellschaft fliegen, andere konnten oder mochten die Lufthansa-Variante nicht bezahlen. Schließlich wählte man die „zweigleisige“ Version – eine Gruppe reiste mit Lufthansa, die andere mit Pulkovo.

Zuschüsse für die jugendlichen Chormitglieder mußten beim Bezirksausschuß der Kirchengemeinde beantragt werden – für den Antrag an die Landeskirche sorgte der Kantor. Auch die Reisekosten für die beiden Solisten mußte man auftreiben. Pässe wollten eingesammelt und Visa-Anträge ausgefüllt werden. Immer wieder mußte man neu rechnen. Dazu kam dann noch die Kartenbestellung fürs Theater. Bevor man überhaupt so weit gekommen war, hätte Barbara Bagdadi beinahe aufgegeben. Das war im April, als sich immer noch einige nicht entscheiden konnten, ob sie mitfahren wollten, und man immer wieder fürchten mußte, daß der Chor schließlich zu klein würde.

Als dann endlich „alles klar“ war, gab es Komplikationen bei der Visabeschaffung für Ian Gallagher und Christoph Ogawa-Müller – beide auf Auslandsreise. Auf den letzten Drücker ließen sich auch noch diese Probleme lösen.

Unterwegs kam nach extrem kurzem Schlaf das nervtötende i-Tüpfelchen auf dem Hannoveraner Flughafen hinzu: Fehlinformation über die Abflugzeit für die Pulkovo-Kunden, Start 6 Stunden später. Bis heute ließ sich nicht eindeutig klären, woher die Panne rührte – Barbara Bagdadi vermutet die Ursache irgendwo beim Reiseveranstalter.

Aber dann ging endlich alles gut, und mit der Landung am Zielort wurde das Leben wieder leichter. Gut fand die „Reiseleiterin“ auch die Zusammenarbeit mit dem Reisebüro Holiday Land in Enger.

Die Vorbereitungszeit verlief in verschiedenen Phasen, faßt Barbara Bagdadi zusammen: zeitweilig überwog die Prognose „Das klappt nie!“, dann wieder hatte man etwas Ruhe und wurde wieder optimistisch. Obwohl schließlich alles gutging, möchte sie den Organisationsjob nicht noch einmal übernehmen: „Das kann ja auch mal jemand anders machen.“
Und wenn Zuhörerin uki jetzt nicht ganz viele Einzelkomplikationen weggelassen hätte, würde den Lesern noch im nachhinein der Kopf rauchen.